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188 Seiten, Essay zur Lage der Nation


Das Feindbild, das es von der Schweiz gibt, ist mindestens tausend Jahre älter als das Land selbst: "Wie alle wissen, sind die Helvetier eine überaus kriegerische und blutdürstige Rasse. Ihr Fremdenhass ist berüchtigt. Sie plündern Fremde bis aufs Hemd, wenn sie sich in ihr Land verirren. Für gewöhnlich sperren sie die Fremden in eigene Häuser, die sogenannten Hotelli. Die daraus entfliehen, verfolgen sie bis in die höchsten Berge. Sie sollen den Fremden sogar kleine Glocken um den Hals hängen, damit sie, wenn entkommen, wieder schnell entdeckt werden ..."
Julius Caesars Charakterisierung der Schweizer, auf die sich Bert Brecht genüsslich stützt - das Zitat stammt aus seiner unvollendeten Komödie über den Imperator -, findet sich im Gallischen Krieg. Er beschreibt die Helvetier nicht nur als korruptes Volk, das Fremde überfällt und ausraubt, sondern ihren Anführer Orgetorix sogar als machtbesessenen Hochverräter.
Die Vorurteile über die Schweiz finden sich auch in dem nach Heidi international wohl prägendsten Schweiz-Porträt - im Comic Asterix bei den Schweizern. Hier werden Ereignisse aus der jüngeren Geschichte des Landes mit den Klischees, die Caesar in die Welt setzte, bunt vermengt und in die Vergangenheit zurückversetzt. Das helvetische Abenteuer von Asterix und Obelix dauert drei Tage: vom 29. Juli bis zum 1. August, an dem die Helvetier ihr Bundesfest feiern. Der Krieg, den Caesar sehr schnell gewonnen hat, ist zum Zeitpunkt von Asterix Abstecher in die spätere Eidgenossenschaft seit ein paar Jahren vorbei. Die Kriegsschäden werden gerade repariert; das wichtigste Bauwerk Helvetiens, die Brücke über die Rhone bei Genf - vom römischen Prokonsul bei Kriegsbeginn zerstört - wird wieder aufgebaut. Und in den Tresoren der Banken schlummern die Milliarden der Militärs und Politiker. Caesar selbst, der das Feindbild von den Helvetiern ausschließlich aus innenpolitischen Gründen erfand, um seinen Krieg begründen zu können, hat bei den Genfer Privatbankiers die Beute aus seinem Ägyptenfeldzug in Sicherheit gebracht und gut angelegt ...
Mythos und Wirklichkeit: Als Gott die Schweiz schuf, machte er die Alpen nicht aus Gold, sondern aus Granit. Das Land ist schön, aber unwirtlich, an Rohstoffen arm, der Boden ist karg - ein irdisches Paradies hat er im Herzen Europas nicht begründet. Hart mussten die Eidgenossen um ihr täglich Brot und ihre politische Freiheit kämpfen. Viele verdienten ihr Geld als Söldner in fremden Kriegsdiensten. Schweizer Garden bewachten die Bastille, als sie von den Revolutionären gestürmt wurde, und schützen noch heute den Vatikan.
Die kleine Schweiz war über Jahrhunderte hinweg ein Auswanderungsland. Die Bergkantone schickten ihre Kinder zur Arbeit nach Deutschland oder Italien. Sehr viel haben die Schornsteinfeger aus Mailand und die "Schwabengänger" allerdings nie nach Hause gebracht. Der Tourismus begann im achtzehnten Jahrhundert zunächst mit den Engländern, doch industrialisiert und modernisiert wurde das Land erst hundert Jahre später. Von seiner heutigen Bedeutung als Finanzplatz war es damals weit entfernt. Noch in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, bevor sie aus dem Zweiten Weltkrieg als finanzielle Großmacht hervorging, war die Schweiz kein reiches Land. Ihre Banken hatten allerdings durchaus schon symbolische und finanzielle Kraft.
Die Genfer Bankaktivitäten gehen auf Seiden- und Goldhändler zurück, denen im späten 16. Jahrhundert von der Republik Calvins politisches Asyl gewährt wurde. Die aus konfessionellen Gründen verfolgten Flüchtlinge trugen Namen wie Turrettini oder Micheli und kamen aus dem lateinischen Europa ins "protestantische Rom", an dessen wirtschaftlichem Aufschwung sie maßgeblich beteiligt waren. Mit den ethischen Überzeugungen, die sie ins Exil getrieben hatten, nahmen sie es allerdings nicht mehr sehr genau: Die ersten Bankiers von Genf beteiligten sich an der Finanzierung von Kriegen - auch denjenigen, die katholische Könige wie Ludwig XIV führte. Sie gewährten frühindustriellen Betrieben Kredit und pflegten den Handel mit den Ländern in Übersee. Von allem Anfang an waren sie kosmopolitisch gesinnt und international tätig. Die Lullins, Pictets, Andrés und Lombards - Privatbanken sind Familienunternehmen - bildeten eine "Internationale der Hugenotten" und traten in ganz Europa als Pioniere des Bankwesens in Erscheinung. Über drei Jahrhunderte hinweg haben sich ihre Institute zwar immer wieder den Veränderungen der Zeit angepasst, aber nie wirklich verändert. Ihre Gesellschafter werden nach wie vor aus den selben - kleinen, privaten - Kreisen rekrutiert. Das Schweizer Bankgesetz räumt den privaten Instituten immense Freiheiten ein, die einzig auf einem großen Vertrauen in sie basieren - daran hat sich trotz verschärfter gesetzlicher Bestimmungen, die in der Folge der Geldwäsche- und sonstiger Skandale erlassen wurden, nur wenig geändert. Sie sind nicht verpflichtet, eine Bilanz vorzulegen, und allenfalls die eidgenössische Bankenkommission hat das Recht, einen Blick in ihre Bücher zu werfen.
Der Erfolg der Gründergeneration machte Schule. Doch nur wer über sehr viel Eigenkapital, weitgespannte Beziehungen und einen hochentwickelten Geschäftssinn verfügte, konnte reüssieren. Die Konkurse waren zahlreich. Die unerbittliche Selektion hat die Privatbanken zu einem geschlossenen, ja verschworenen Klub werden lassen, zwischen dessen Mitgliedern mehr Solidarität als Konkurrenz herrscht. Der Historiker Herbert Lüthy hat dafür in seiner Geschichte der protestantischen Bank zahlreiche Beispiele aufgeführt. Ganz besonders in Krisenzeiten rücken und halten die Privatbankiers zusammen. Das war schon so, als 1720 die Compagnie dOccident des Schotten John Law, der in Paris eine Privatnotenbank betreiben durfte, zusammenbrach und Frankreich in eine tiefe Wirtschaftskrise stützte. Als Katastrophe erwies sich am Ende des gleichen Jahrhunderts die Französische Revolution. Die Reformmaßnahmen des Genfers Jacques Necker, der sich in Paris um die staatlichen Finanzen kümmerte, hatten ihren Ausbruch nicht verhindern können. Die Beratung von Regierungen und Monarchen, die Verwaltung von Unternehmungen oder königlichen Manufakturen waren Aufgaben, mit denen calvinistische Bankiers in der ganzen Welt betraut wurden. In Amerika brachte es der in jugendlichen Jahren emigrierte Albert Gallatin bis zum Finanzminister. Bekannt wurde er allerdings als Philologe. Er steht in der Tradition der Genfer Sprachwissenschaft, deren berühmtester Vertreter Ferdinand de Saussure zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die moderne Linguistik begründete und seinerseits einer Familie entstammte, die viele Bankiers hervorbrachte. Ihr gehörte auch der Geologe und Botaniker Horace-Bénédicte de Saussure an, der zahlreiche physikalische Instrumente erfand und als erster Mensch den Mont Blanc bestieg. Seine Tochter verheiratete sich mit einem Nachkommen der Familie Necker.
Jacques Neckers berühmtestes Kind, Madame Germaine de Staël, hatte das unweit von Genf gelegene Schloss Coppet zu einem Zentrum des kulturellen Europas gemacht. Zusammen mit Lord Byron war sie regelmäßig Gast auf dem herrlichen Anwesen von Henry Hentsch - auch er Begründer eines renommierten calvinistischen Geldinstituts - in Séchéron, das damals vor den Toren der Stadt lag. Bei Hentsch verkehrte das internationale Establishment der Epoche. Seit ihren Anfängen sind die Genfer Bankiers im öffentlichen Leben aktiv, kulturell interessiert, ethisch wie sozial engagiert, im weltlichen Sinne aufgeschlossen, im philosophischen aufgeklärt. Doch politisch blieben sie stets durch und durch konservativ, denn sie müssen langfristig investieren und ihre seriösen Geschäfte können nur in stabilen gesellschaftlichen Systemen prosperieren. Sie sind keine Spekulanten, und Reformen gegenüber, wenn diese der Ordnung und Kontinuität zu dienen versprechen, durchaus aufgeschlossen.

Dieses Produkt haben wir am Saturday, 11. October 2008 in unseren Katalog aufgenommen.
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